Haßlach

mit den Ortsteilen Haselbrunn, Kleinlesau, Mandlau, Prüllsbirkig und Weidmannsgesees

 

HaßlachHaßlach 

 

70 Einwohner (Stand 2017)

ehem. selbständige Gemeinde

Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 4 Kilometer

 

Haßlach gehört zu den mit der Nachsilbe "-aha" zusammengesetzten Ortsnamen und heißt "Bach, an dem die Haselstauden stehen". Die "-aha" Ortsnamen sind alle alt. Haßlach ist schon früh in historischen Quellen erwähnt. Es gehörte wohl ursprünglich zu dem Königshof Forchheim, der bei der Gründung des Bistums Bamberg diesem vermacht wurde.1068 wurde dem Bistum der Besitz des Königshofes durch Kaiser Heinrich IV. bestätigt, wobei auch"Haselahe" erwähnt wird. 1139 gab Bischof Otto I. von Bamberg das Dorf Haßlach an das Kloster Ensdorf. Danach hören wir nahezu 300 Jahre nichts von dem Ort, bis 1414 Konrad Mecher von Kühlenfels den Viertelzehnten von Haßlach als Bamberger Lehen erhielt. Diesen verkaufte der letzte Mecher 1502 an seine Neffen von Rabenstein. Inzwischen hatte Haßlach ein schlimmes Schicksal erlebt. Als der Bayreuther Markraf Albrecht Achilles 1462 eine Anzahl bambergischer Orte niederbrennen ließ, war auch Haßlach darunter. Damals gehörte der Ort zu Amt und Fraisch Pottenstein. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand das Dorf aus 6 Häusern und einer Hofstatt, in denen 36 Menschen lebten. Am Ende des Jahrhunderts errichtete Haßlach zusammen mit den Orten Haselbrunn, Mandlau, Prüllsbirkig, Siegmannsbrunn und Weismannsgesees in der Hollergasse in Pottenstein eine Schule und bewirkte so die Errichtung der "Landschule Haßlach".

Das Naturschutzgebiet "Hohe Leite" und die "Sieben Brüder" sind wunderbar zu erwandern.

 

HaselbrunnHaselbrunn  

 

  • 32 Einwohner (Stand 2017)

  • ehem. Gemeinde Haßlach

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 2,5 Kilometer

 

Der Ortsname lautet übersetzt  "Brunnen bei den Haselstauden". Zu Beginn des 13. Jahrhunderts fiel das Dorf als Bamberger Pfand an den Schlüsselberger Eberhard I. Dessen Nachkomme Konrad III gab eine Hube (altes, relativ großes Flächenmaß) zu Haselbrunn als Lehen an die Brüder Groß von Trockau. 1398 kam der Ort an das neu errichtete Kammeramt auf der Burg Rabenstein und gelangte damit zwei Jahre später an die Aufseß und dann an die Ritter von Wirnsberg. Die Gerichtsbarkeit in Haselbrunn blieb jedoch beim Pflegeamt Pottenstein, unter dessen Fraischorten es auch 1556 zu finden ist. 1553 wurde das Dorf im Verlauf des zweiten Markrafenkrieges von den Truppen des Albrecht Alkibiades völlig niedergebrannt. 1830 wurde in Haselbrunn von der Bayerischen Regierung ein Patrimonialgericht zweiter Klasse errichtet, jedoch zunächst für ruhend erklärt. 1844 wurde es wieder eingezogen. Das Gerich war nie besetzt worden.

Aus touristischer Sicht bietet Haselbrunn aufgrund seiner reizvollen Tallage viele Möglichkeiten der Urlaubsgestaltung. Für den Gast gibt es einen typisch fränkischen Gasthof – die „Forsterstube“ und Privatzimmer und Ferienwohnungen ermöglichen einen angenehmen Aufenthalt.

 

Kleinlesau

 

  • 55 Einwohner (Stand 2017)

  • ehem. Gemeinde Haßlach

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 4, 5 Kilometer

 

Einer der kleineren Gemeindeteile Pottensteins ist Kleinlesau. Dieser weist allerdings eine Besonderheit auf: Der Ortsname ist slawischer Herkunft. Er geht zurück auf das altslawische Wort Lešz (Wald, Waldleute). Die erste sicher zuweisbare Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1398. Damals war Kleinlesau eine Wüstung. 1421 stand dort ein Schafhof, 1432 besaßen die Egloffstein den Zehnt und 1460 gehörte die Ansiedlung zu den Burggütern von Tüchersfeld. Zu dieser Zeit war sie auch Bestandteil der Fraisch Pottenstein. Auch die Rabenstein hatten Untertanen in Kleinlesau, im ausgehenden 18. und beginnenden 19, Jahrhundert übten aber die Grafen von Schönborn die Dorf- und Gemeindeherrschaft aus. Sie besaßen auch die niedere Gerichtsbarkeit. Das Schönborn´sche Patrimonialgericht, das 1814 errichtet wurde, war dem Landgericht Pottenstein unterstellt.

Aus touristischer Sicht kann man herrlichen Urlaub auf dem Bauernhof erleben. Der Campingplatz "Jurahöhe" mit Gastwirtschaft lädt zum Zelten und Verweilen ein.

 

MandlauMandlau

 

  • 35 Einwohner (Stand 2017)

  • früher Gemeinde Haßlach

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 3,5 Kilometer

 

Mandlau war 1829 mit 60 Einwohnern größer als heute. Mandlau kommt von dem mittelhochdeutschen Wort „Mantel“(Föhre) und bedeutet in etwa „Föhrenwäldchen“. Außer den Groß hatten im 16./17. Jahrhundert die Rabenstein Besitzungen in Mandlau, ebenso wohl die Seefried von Buttenheim. 1631 überfielen protestantische Reiter Mandlau, nahmen gewaltsam Herberge und richteten große Verwüstungen an.

Heute ist der Ort Mandlau ist ein typisches Bauerndorf der Fränkischen Schweiz, in der Ortsmitte steht noch ein Bauernhaus mit der Jahreszahl 1762. Hier kann man herrlich auf den Höhen der Fränkischen Schweiz wandern und im Gasthof „Zum Schneider“ einkehren.

 

Prüllsbirkig

 

  • 80 Einwohner (Stand 2017)

  • früher Gemeinde Haßlach

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 3,5 Kilometer

 

Das Dorf Prüllsbirkig änderte als einzige Ansiedlung des Gebietes im Laufe der Zeit seinen Nahmen. 1057 tritt das Dorf erstmals unter der Bezeichnung „Bortengesezze“ auf, dann ist es erst 1398 als „Prulsbirkech“ oder „Pruelsbirckech“ wieder genannt. Der Ortsname bedeutet soviel wie „Dorf im sumpfigen Birkenwald“ (Prüll=sumpfiger Wald). Um 1400 war Prüllsbirkig freies Eigen der Familie Milz, die das Dorf 1422 gegen zwei Häuser an das Domkapitel zu Bamberg tauschte.Seit 1456 gehörte der Ort zur Fraisch Pottenstein. Die heutige Kapelle, die der Mutter Gottes geweiht ist, stammt aus dem Jahr 1924 und wurde mit finanzieller Unterstützung einer nach Amerika ausgewanderten einstigen Einwohnerin errichtet. 1984 wurde die Kapelle renoviert und mit einer Sakristei versehen, wofür die Einwohner freiwillige Arbeitsstunden leisteten. Das Vorgängerbauwerk stand etwa 80 Metet nördlich der heutigen Kapelle.

In der Umgebung von Prüllsbirkig befinden sich mehrere, unter anderem eine der größten Dolinen Nordbayerns. Sie liegt südwestlich des Ortes, misst etwa 80×40 Meter und ist rund neun Meter tief. Zwischen Mandlau und Prüllsbirkig befindet sich der Bettelbrunnen, ein sogenannter Hungerbrunnen. Prüllsbirkig hat noch weitgehend den Typus eines fränkischen Bauerndorfes.

In der Ortsmitte, unweit der Kapelle, befindet sich ein alter überdachter Brunnen, dessen tiefer Schacht durch ein Gitter gesichert ist. In der Osterzeit wird der Brunnen geschmückt.

 

WeidmannsgeseesWeidmannsgesees

  • 52 Einwohner (Stand 2017)

  • früher Gemeinde Haßlach

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 2,5 Kilometer

Die Bezeichnung des Ortes hängt zusammen mit dem Personennamen „Witmann“ und bedeutet so viel wie „Sitz des Witmann“. Erstmals genannt ist der Ort 1307 anläßlich einer Belehnung der Brüder von Trockau durch Konrad von Schlüsselberg, dessen Vorfahr den Besitz von Bamberg als Pfand erhalten hatte. 1398 wurde Weidmannsgesees dem Kammeramt Rabenstein zugeteilt, von dem 1400 zunächst an die Aufseß, 1498 an die Ritter von Wirnsberg überging. Die Blutgerichtsbarkeit lag aber schon damals bei Pottenstein, zu dessen Fraisch es auch im 15./16. Jahrhundert gehörte. Im beginnenden 19. Jahrhundert bestand Weidmannsgessees aus 1 Gemeindehirtenhaus und 8 Häusern, in denen 1829 bereits 52 Einwohner lebten.

Die jetzige Kapelle von Weidmannsgesees ist noch relativ neu. Sie wurde erst 1963 als Ersatz für die bisherige Ortskapelle, die mitten im Dorf stand und dem Straßenausbau weichen mußte, gebaut. Für den kleineren Hunger gibt es gleich nebenan einen Kiosk mit Biergarten.

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