Hohenmirsberg

Hohenmirsberg mit Pullendorf und Steifling

 

Hohenmirsberg

 

  • 224 Einwohner

  • ehem. selbständige Gemeinde

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 6,5 Kilometer

 

Hohenmirsberg ist wahrscheinlich einer der ältesten Gemeindeteile Pottensteins. Darauf weist u.a. die alte Form des Ortsnahmens "Munrichesberg" hin, die erkennen läßt, dass es sich hierbei um einen mit dem Personennamen "Munrich" gebildeten Ortsnamen handelt. Trotzdem ist Hohenmirsberg, das an einer alten Geleitstraße liegt, erst 1124 im Zusammenhang mit der Person eines Eberhard erwähnt. Das Bistum Bamberg erwarb den Ort wohl zur Zeit des Bischofs Otto I. Danach gehörte Hohenmirsberg endgültig zu Bamberg, wurde aber zu Beginn des 13. Jahrhunderts vom Bischof an Eberhard von Schlüsselberg verpfändet und fiel erst nach dem Erlöschen dieses Geschlechts 1347 wieder an das Bistum zurück. Anfang des 14. Jahrhunderts war der Ort dem damals eingerichteten Amt Tüchersfeld angegliedert, wurde jedoch schon 1348 nicht mehr unter den Eingehörungen dieses Amtes genannt. Nahezu 200 Jahre später brach zwischen dem Bistum Bamberg und der Markrafschaft Bayreuth ein Grenzstreit um verschiedene Orte aus, darunter Hohenmirsberg. Das 16./17. Jahrhundert ist wohl die turbulenteste Zeit in der Geschichte des Ortes. 1552 mußte das Bistum Bamberg eine Reihe von Ämtern an den Markrafen Alkibiades abtreten. Hohenmirsberg kam mit dem Amt Pottenstein an den evangelischen Markrafen und die seit 1472 selbständige Pfarrei wurde bis zur Rückeroberung durch Bamberg protestantisch besetzt. Zu dieser Zeit wurde der Ort von den markräflichen Truppen viermal niedergebrannt. Aber auch während des 30jährigen Krieges hatte Hohenmirsberg viel zu leiden. Aus dem 18. Jahrhundert ist nur wenig bekannt. 1829 gab es in Hohenmirsberg 2 Wirtshäuser, die Einwohnerzahl lag bei 276.

Leider gibt es heute kein Wirtshaus mehr, aber Hohenmirsberg ist aus touristischer Sicht bekannt durch die Hohenmirsberger Platte mit Aussichtsturm und Geozentrum.

 

Pullendorf

  • 14 Einwohner

  • früher Gemeinde Hohenmirsberg

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 8 Kilometer

Pullendorf heißt übersetzt etwa „Dorf des Buolo“ und gehört in die Reihe der mit Personennamen zusammengesetzten Ortsnamen. 1303 wird das Dorf im Zusammenhang mit einem Cunrad als „Billendorf“ das erste Mal urkundlich erwähnt. 1362 ist Pullendorf im Lehenbuch der Landgrafen von Leuchtenberg als deren Lehen geführt. Die Herrschaftsverhältnisse in Pullendorf waren kompliziert und umstritten. Der Zehnt wurde an verschiedene Herren gezahlt. So waren beispielsweise drei Anwesen der Frühmeßstiftung in Pegnitz zehntpflichtig. Auch die Freiherren von Adlitz waren in Pullendorf begütert und behandelten ihre Untertanen anscheinend nicht immer gut. Waren schon die grundherrschaftlichen Verhältnisse im Ort nicht immer eindeutig, so war die Landesherrschaft erst recht umstritten. Sowohl das Hochstift Bamberg als auch die Markrafschaft Bayreuth und die Pfalz beanspruchten immer wieder die landesherrliche Obrigkeit über Pullendorf. Grenzstreitigkeiten endeten erst 1803 mit der Eingliederung des Hochstifts Bamberg in das spätere Königreich Bayern.

 

Steifling

 

  • 25 Einwohner

  • früher Gemeinde Hohenmirsberg

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 5,5 Kilometer

 

Steifling ist der einzigste „-ing-Ort“ im Gebiet der Großgemeinde Pottenstein. Steifling ist eine Form des mittelhochdeutschen Wortes „stoufelin“ (kleiner Stauf, aufragender Fels). 1365 wird der Ort das erste Mal als „Steifflinge“ genannt. Dort lebten Untertanen der beiden Ämter Pottenstein und Waischenfeld. Hochgerichtlich gehörte Steifling aber seit dem 15. Jahrhundert zur Fraisch Pottenstein. Während des 30-jährigen Krieges wurden die Bewohner des Dorfes Opfer einer barbarischen Grausamkeit. 1641 flüchteten 11 Steiflinger vor den Weimarischen Reitern in das nahegelegene Zahnloch, wurden jedoch von den Feinden entdeckt. Diese entfachten vor der Höhle ein Feuer, so dass die Menschen in ihrem Zufluchtsort erstickten. 1829 besaß der Ort, der wie eigens vermerkt wird, kein Wirtshaus hatte, 46 Einwohner.

Sehenswert ist heute das alte Brunnenhaus, die Hallenhöhle Zahnloch (Sandloch) und die Höhenzüge „Sieben Brüder“.

 

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