Leienfels

mit den Ortsteilen Graisch, Soranger und Weidenhüll bei Leienfels

 

Leienfels  

 

  • 40 Einwohner (Stand 2017)

  • ehem. selbständige Gemeinde

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 9,5 Kilometer

 

In unmittelbarer Nähe des Dorfes Leienfels lagen einst zwei Burgen: Leienfels, dessen Ruinen heute noch zu sehen sind und dessen Name wohl auf den Ort übergegangen ist, und Leuenstein (vgl. Graisch). Der Ortsname wird von der Forschung als ein von einem Wappen abgeleiteter Name betrachtet. Leienfels und Leuenstein bedeuten also „Fels“ bzw. „Stein des Löwen“. Das erste Mal erwähnt wird die Burg Leienfels 1372, als Ritter Götz von Egloffstein einen Teil der Burg als Lehen auftrug. Die Burg blieb bis 1502 im Besitz der Egloffstein. Danach wurde die Burg und die dazugehörigen Güter an das Bistum Bamberg verkauft, das hier ein kleines Amt einrichtete, welches 1593/94 der Pflege Pottenstein unterstellt wurde. 1525 wurde die Burg von den aufständischen Bauern eingeäschert, mußte jedoch wieder aufgebaut werden. Ernsthafte Schäden erlitt sie durch die Truppen des Bayreuter Markrafen Alkibiades, von denen sie erobert und zerstört wurde. Während des 30jährigen Krieges wurde Leienfels immer wieder zur Verpflegung und zur Zahlung der Deckung der Kriegskosten ausgeschriebenen Extrasteuern herangezogen.Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1643 eine Instandsetzung der Burg für nicht mehr lohnend erachtet. 1646 wurden von den noch vorhandenen Gebäuden die Ziegel abgetragen und die Anlage dem Verfall preisgegeben. Bemerkenswert ist noch, dass der Ort 1829 mit 48 Einwohnern offensichtlich größer war, als heute.

Heute ist die Burgruine der Höhenburg frei zugänglich und dient als Aussichtspunkt. Der gleichnamige Gasthof „Zur Burgruine“ lädt zur Rast und zum Genießen der fränkischen Küche und des fränkischen Bieres ein. Nicht nur für Wanderer und Genießer, auch für Kletterer ist Leienfels besonders reizvoll, denn unterhalb der Burgruine gibt es 18 Kletterrouten.

 

 

Graisch  

 

  • 21 Einwohner (Stand 2017)

  • ehem. Gemeinde Leienfels

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 9 Kilometer

 

Der Ortsname Graisch, als "Gerichs, Gerichz" oder "Im Gereusch" überliefert, ist ungeklärt. Es handelt sich hierbei entweder um eine Form der mittelhochdeutschen Wörter "rusch" (Binsig) oder "gerisach" (Reisig) oder aber um einen genitivischen Ortsnamen (Graisch = Gerichs Hof). Eine Ansiedlung in Graisch bestand schon vor 1007, da hier der "Würzburger Altzehnt" nachzuweisen ist. Das Bistum Würzburg besaß in der Bamberger Diöszöse bis 1317 noch 18 Lehenorte, darunter Graisch. Da das Bistum Bamberg 1007 eingerichtet wurde, Graisch aber nach Würzburg lehenbar war, muß der Ort vor der Gründung des Bistums Bamberg entstanden sein. Der Würzburger Altzehnt in Graisch war im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert an Siboto von Egloffstein verliehen. Später gehörte der Ort zum bambergischen Amt Leienfels, das gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit Pottenstein vereinigt wurde. Während des 30 jährigen Krieges hausten die Schweden in der Gegend. Im 19. Jahrhundert besaß Graisch eine Schule, die auch von den Kindern aus dem benachbarten Weidenhüll besucht wurde. 1864 errichtete man ein Schulhaus. 1912 wurde die Graischer Schule nach Weidenhüll verlegt. Nördlich des Ortes, auf dem "Tanzboden" genannten Berg lag einst die Burg Leuenstein, ein freies Eigen derer von Egloffstein. Die erste Nachricht dieser Burg ist die von Ihrer Zerstöhrung im Jahr 1397. Damals hatte das Raubritterunwesen im Lande überhand genommen. Zur Bekämpfung der Plage verbündeten sich mehrere Fürsten, darunter die Bischöfe von Bamberg und Würzburg und die Nürnberger Burggrafen. Von diesen wurden 2 Jahre später die Burg Leuenstein als Raubnest zerstört und durfte nach einem Erlass des Königs Wenzel nie wieder aufgebaut werden. Im Jahre 1502 verkaufte Jobst von Egloffstein zusammen mit der Burg Leienfels auch den "Burgstall (Stelle, wo die Burg stand) Leuenstein"an das Bistum Bamberg.

Eine Besonderheit gibt es allerdings - die Naturrodelbahn zwischen den Ortsteilen Leienfels und Graisch. Hier wird im Winter die kleine Gemeindeverbindungsstrasse nicht geräumt, was für alle Rodelfans optimal ist - denn auf festem Untergrund ins Tal zu sausen macht unheimlich Spaß.

 

Soranger  

 

  • 28 Einwohner (Stand 2017)

  • früher Gemeinde Leienfels

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 9,5 Kilometer

 

Dem Ortsnamen Soranger liegt das Wort „Sor“ (Sumpfwasser) zugrunde, so dass er etwa mit „sumpfiger Anger“ übersetzt werden könnte.Anläßlich eines Streites um Hutweideplätze zwischen den Bewohnern von Kirchenbirkig und Bärnfels wird Soranger im Jahre 1577 als einer der Grenzpunkte der Kirchenbirkiger Weiden ertmals erwähnt. Mit Sicherheit kann eine Ansiedlung hier aber erst für 1795 angenommen werden, da zu dieser Zeit Soranger als Eingehörung des Amtes Gößweinstein bezeichnet wird. Der Ort dürfte damals aus 4 Häusern bestanden haben. Das alt Milchhaus wurde 1983 zur Kapelle umgebaut.

Kurioses Detail : kommunal gehört Soranger zu Pottenstein, telefonisch (Vorwahl 09244) zu Betzenstein und kirchlich zu Obertrubach. Bekannt ist Soranger trotz geringer Größe und Einwohnerzahl durch den internationalem Klettertourismus. Die „Soranger Wand“ ist eines der beliebtesten Klettergebiete der Fränkischen Schweiz. Der bekannte Frankenweg und der Jakobsweg gehen durch Soranger.

 

Weidenhüll bei Leienfels  

 

  • 89 Einwohner (Stand 2017)

  • früher Gemeinde Leienfels

  • Entfernung von Pottenstein Stadt ca. 7,5 Kilometer

 

Im Gebiet der Großgemeinde gibt es noch einen zweiten Ort mit Namen Weidenhüll, welcher in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erstmals genannt ist. Damals scheinen die Egloffstein Besitz in Weidenhüll gehabt zu haben. 1502 verkauft Jobst von Egloffstein die ihm gehörige Schäferei in diesem Dorf an das Bistum Bamberg. Weidenhüll wurde dem neu errichteten Amt Leienfels untergeordnet, die halsgerichtliche Obrigkeit lag bei der Fraisch Pottenstein. 1607 legten das Bistum Bamberg und die Reichsstadt Nürnberg in einem Vertrag die Gebietsgrenzen fest. Als Grenze wurde dabei der von Betzenstein nach Weidenhüll führende Weg bestimmt.

 

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